Gefahr oder Hysterie?: Informationen zur Schweinegrippe
Aktuelle Zahlen zur Schweingrippe
Derzeit zählt Deutschland 19.538 Fälle, die an der Neuen Grippe erkrankt sind, davon 5.685 in Nordrhein-Westfalen (Stand 22. September 2009, Robert-Koch-Institut). Obwohl die Ansteckungsgefahr groß ist, gibt es jedoch in Europa nur wenige Todesfälle. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit bereits 4.144 Menschen gestorben, in Europa gibt es bislang 53.304 Infizierte und 159 Todesfälle (Stand 23. September 2009, Ärztezeitung online).
Gefährlichkeit der Schweinegrippe
Das erste Mal seit 40 Jahren hat die WHO die höchste Alarmstufe (Stufe 6) für eine Grippe ausgerufen. Diese Alarmstufe wird nur ausgerufen, wenn in mindestens zwei Weltregionen eine Virusübertragung von Mensch zu Mensch erfolgt. Ob eine Pandemie besteht, bleibt der eigenen Einschätzung überlassen – in Deutschland wird derzeit nicht von einer Pandemie gesprochen. Wie viele europäische Länder auch hat Deutschland aber seit 2005 für den Notfall einen Pandemieplan, der das Vorgehen von Bund und Ländern regelt.
Persönliche Hygienemaßnahmen
Da die meisten Infektionen aus betroffenen Staaten, die oft als Urlaubsziele genutzt werden, eingeschleppt werden und auch hierzulande die Zahl der Infektionen steigt, sollten bestimmte Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Dies empfiehlt sich vor allem dann, wenn Kontakt zu Reiserückkehrern oder häufige Kontakte zu großen Gruppen wie etwa in Kindergärten oder Schulen bestehen. Letztere sind besonders anfällig für eine schnelle Verbreitung der Influenza.
Folgende Hygienemaßnahmen tragen dazu bei, das Risiko der Ansteckung zu verringern:
- Mehrmaliges Waschen der Hände am Tag und Fernhalten von Augen, Mund und Nase
- Husten auf Abstand und idealerweise nicht in die Hand, sondern in den Ärmel
- Auskurieren der Krankheit zu Hause, statt sie auf Arbeit an die Kollegen weiterzugeben
- Telefonischer Kontakt zum Hausarzt, sobald erste Anzeichen wie plötzliches hohes Fieber, Mattigkeit, Husten und Gliederschmerzen auftreten
- Verzicht auf Körperkontakt während der Erkrankung und Aufenthalt in separatem, sauberen Raum
- regelmäßiges Lüften geschlossener Räume
- Abstand zu anderen Menschen sowie Umgehen von Menschenansammlungen, Vermeiden von Händeschütteln
Krankheitsentstehung und -verbreitung
Der derzeitige Virustyp ist eine Variante vom klassischen Typus der Schweinegrippe. Grippeviren verändern sich ständig – so ist zum Beispiel der aktuelle Erreger (A/H1/N1) aus dem Virus H1N1 hervorgegangen. Die derzeitige Schweinegrippe trat erstmalig in Mexiko auf, hier wird auch ihr Ursprung vermutet.
Der Virus wie er jetzt vorkommt, kann dadurch entstehen, dass Schweine gleichzeitig mit Schweine-, Vogel- und Menschenviren infiziert sind. Dadurch kann es im Körper zu einem Austausch der Gene kommen, was einen Virustyp aus tierischen und menschlichen Genen hervorbringt. Wie alle anderen ist auch diese Influenza über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar, beispielsweise beim Husten oder Niesen. Die genaue Inkubationszeit ist noch nicht genau bekannt, aber Experten vom Robert-Koch-Institut vermuten, dass sie ein bis drei Tage andauert.
Symptome der Schweinegrippe
Die Symptome der Schweinegrippe ähneln denen der normalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Husten und Appetitlosigkeit können Anzeichen für die Schweinegrippe sein. Manche Patienten können aber auch noch unter Schnupfen, Übelkeit und Durchfall leiden.
Vorsorge und Gegenmittel
Einen wirksamen Impfstoff gibt es noch nicht. Die normale Grippeimpfung bietet jedenfalls keinen Schutz. Die WHO und die US-Behörde für Seuchenkontrolle haben jedoch Proben des Virus isoliert, um daraus einen Impfstoff zu entwickeln. Die Entwicklung dauert allerdings bis voraussichtlich Oktober. Eine kurzfristige Lösung gibt es aber: Es hat sich herausgestellt, dass die Grippemittel Tamiflu und Relenza auch gegen die Schweinegrippe helfen. Vorraussetzung hierfür ist allerdings, dass das Medikament maximal 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen wird.
Weitere Informationen
www.wir-gegen-viren.de
www.schweinegrippe-deutschland.de
www.pei.de
www.who.int
Das Robert Koch Institut bietet im Internet unter rki.de sowie unter der Telefonnummer 030 – 1875 44 161 (montags bis donnerstags von 8.00 bis 18.00 Uhr) aktuelle Informationen zum Thema an.
Des Weiteren hat das Bundesministerium eine kostenlose Hotline unter der Nummer 0800 – 44 0 05 50 eingerichtet. Das Auswärtige Amt gibt auch Reisewarnungen und Sicherheitshinweise aus.
Quelle: wga, dpa, deutsche welle, www.aerztezeitung.de
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