08.01.2010
Verschleppter Heuschnupfen – Lungenärzte empfehlen rechtzeitige Behandlung
„Das bisschen Heuschnupfen ist doch nicht so schlimm. Eine Familienpackung Taschentücher besorgen, dann wird´s schon gehen…“ Immer öfter werden allergische Erkrankungen nur mit dem Nötigsten behandelt und von den Betroffenen nicht ernst genommen, wie Lungenfachärzte besorgt beobachten.
Unbemerkt von Allergie zum Asthma
„Wer die Allergie auf die leichte Schulter nimmt, spielt mit seiner Gesundheit“, so Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Lungenfachärzte. Denn der Heuschnupfen verschwindet nicht, wenn die Pollen verblühen. Er schlummert bis zum nächsten Frühjahr, um dann mit voller Kraft wieder zuzuschlagen. Wie bei jeder verschleppten Krankheit hat das Folgen: Bleibt die Allergie auf Dauer unbehandelt, tritt die allergische Reaktion von den oberen auf die unteren Atemwege über und kann chronisch werden. Die Diagnose lautet dann: Asthma bronchiale!
Allergie ausbremsen
Um dieser Diagnose vorzubeugen, empfiehlt es sich, bereits bei den ersten Allergieanzeichen einen spezialisierten Arzt (z. B. Pneumologen) aufzusuchen. Die sogenannte Triefnase, häufiges Niesen, Jucken und Kratzen im Hals sowie Husten und Brennen in den Augen sind typische Allergiesymptome, die ernst genommen werden sollten! Der Lungenfacharzt kann durch einen Test erkennen, auf welche Stoffe man allergisch reagiert, und die nötige Therapie einleiten. Eine sogenannte Hyposensibilisierung kann die Allergie ausbremsen und das Fortschreiten der Krankheit verhindern.
An das Allergen gewöhnen
Bei dieser Hyposensibilisierung, auch Spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, wird der Körper der Allergiepatienten langsam an das Allergen gewöhnt, so dass er auf Dauer unempfindlich dagegen wird. Zu diesem Zweck verabreicht man kleinste Mengen des allergieauslösenden Stoffs. Die Dosis wird jedes Mal gesteigert, bis der Patient gar nicht mehr oder nur geringfügig allergisch reagiert.
Risiko minimieren
Die Dauer der Behandlung erstreckt sich in der Regel über drei Jahre. Bereits im ersten Jahr werden spürbare Erfolge erzielt. Trotzdem sollte die Therapie konsequent weitergeführt werden. Das Asthmarisiko wird durch eine Hyposensibilisierung mit einem modernen wissenschaftlich genau definierten Allergenpräparat nachweislich um 45 Prozent gesenkt. Schon beim nächsten Allergieschub verringern sich die Symptome.


