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  • Januar 2011

Wie schütze ich mich vor Darmkrebs?

 

Darmkrebs stellt in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache dar. Jedes Jahr treten 52.000 Neuerkrankungen auf, etwa 30.000 Menschen sterben daran. Bei rechtzeitiger Erkennung ist die Erkrankung in fast allen Fällen vollständig heilbar.

 

Seit Oktober 2002 gehört die Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung in den Leistungskatalog der Krankenkassen. Danach kann jeder Patient ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung in Rahmen der Krebsvorsorge durchführen lassen. Als Vorsorgeuntersuchung kann die Koloskopie im Abstand von 10 Jahren zweimal in Anspruch genommen werden. Studien haben aber gezeigt, dass sich nur 1 Prozent der gesunden Bevölkerung freiwillig dieser unangenehmen Untersuchung unterziehen würde – selbst wenn diese kostenlos wäre.

 

Vorbereitung einer Dickdarmspiegelung

 

Blutuntersuchung: In die Vorbereitungsphase des Eingriffs gehört, dass ein aktuelles Blutbild gemacht und die Gerinnung untersucht wird. Unter Umständen müssen Medikamente kurzzeitig abgesetzt oder ersetzt werden. 

 

Darmreinigung: Voraussetzung für eine erfolgreiche Darmspiegelung ist die freie Sicht auf die Darmschleimhaut. Dazu muss der Darm vorher vollständig entleert werden. Für den Patienten bedeutet das, spätestens 3 Tage vor der Untersuchung auf alle Ballaststoffe und Pflanzenkerne, also unter anderem Vollkornprodukte, Rohkost, Kleie, Beerenobst, zu verzichten. Auch Eisenpräparate und Aspirin sollten jetzt nicht mehr eingenommen werden. 

 

Knapp zwei Tage vor der Untersuchung wird die Ernährung komplett auf Flüssigkeit umgestellt. Statt Brötchen und Kaffee stehen dann nur noch Kräutertee, Mineralwasser oder klare Brühe auf dem Speiseplan. Am Tag vor der Koloskopie wird der Darm durch ein spezielles Abführmittel entleert, dass je nach Produkt drei- oder viermal eingenommen wird. Ist der Darm völlig leer, darf nur noch klares Wasser getrunken werden.

 

Darmspiegelung: Beruhigungsmittel nötig?

 

Ob ein Beruhigungsmittel gegeben werden soll oder nicht, müssen Arzt und Patient im Vorgespräch klären. Einige Ärzte empfehlen grundsätzlich die Ruhigstellung des Patienten während der Untersuchung, in anderen Fällen wird dieser Aspekt vom Patienten selbst angesprochen. Wer ärztlichen Untersuchungen grundsätzlich ängstlich begegnet, sollte diesen Punkt im Vorgespräch auf jeden Fall zum Thema machen. Hoher Blutdruck oder Herzinsuffizienz sind auf jeden Fall ein Grund für eine Ruhigstellung. Da zwischen Gespräch und Untersuchung immer einige Tage vergehen, bieten sich auch Entspannungsübungen und Meditationen an, um eventuelle Ängste und Spannungen abzubauen.

 

Kurz vor der Darmspiegelung

 

Direkt vor der Untersuchung bekommt der Patient eine Venenverweilkanüle. Über diesen Zugang kann eventuell ein Beruhigungs- oder Schmerzmittel gegeben werden; im seltenen Fall einer Komplikation können so auch Notfallmedikamente ohne Verzögerung verabreicht werden. Außerdem wird vor dem Eingriff der Darm mit Hilfe von Medikamenten ruhiggestellt, damit die natürlichen Darmbewegungen die Untersuchung nicht stören. 

 

Während der Untersuchung liegt der Patient auf der linken Seite. Mit Hilfe eines Gleitmittels wird das Koloskop, ein ca. 12 mm dünner, flexibler Schlauch, durch den After in den Darm vorgeschoben. Das Koloskop ist flexibel und lässt sich von außen steuern. Im Kopf des Schlauches sind eine Lichtquelle und eine Kamera integriert. Die Geräte sind in der Regel mit einer Videokamera ausgestattet, so dass man das innere Darmbild über den Monitor verfolgen kann.

 

Koloskop als Instrument bei der Dickdarmspiegelung

 

Angeschlossen sind meist Printer und Videoaufzeichnungsgeräte zur Dokumentation. Während der Untersuchung wird Luft in den Darm gepumpt, damit sich der leere Darm entfaltet und alle Wandstrukturen gut erkennbar werden. Eine Spülung und Absaugung am Ende des Gerätes sorgen zusätzlich für gute Sicht. 

 

Durch Stellräder am hinteren Ende des Koloskops kann das vordere Ende in verschiedene Richtungen gebogen werden. Dadurch ist es möglich, die Richtung des Instruments beim Vorschieben zu bestimmen und gleichzeitig die Darmwand im gesamten Umfang genau zu betrachten. Gleichzeitig können durch einen Arbeitskanal Gewebeproben zur weiteren Untersuchung entnommen werden oder eventuell vorhandene Polypen (gutartige Krebsvorläufer) sofort entfernt werden, ohne dass ein weiterer Eingriff nötig ist. Dieser Vorgang wird auch als interventielle Koloskopie bezeichnet. 

 

In der Regel wird der Eingriff morgens vorgenommen und dauert nicht länger als 30 Minuten. Eine Ruhezeit nach dem Eingriff ist genauso selbstverständlich wie das anschließende Fahrverbot – vor allem, wenn beruhigende Medikamente verabreicht wurden.

 

Quelle: www.gesundheit.de

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