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Gesundheitsnachrichten

Arm im Gips verändert Hirn in 16 Tagen

Donnerstag, 26.01.2012 26.01.2012 11:00

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Wer nach einem rechten Oberarmbruch nur noch die linke Hand benutzt, hat bereits nach 16 Tagen markante anatomische Veränderungen in bestimmten Hirngebieten, wie Forscher nun belegen konnten.

 
Was passiert im Hirn von Rechtshändern, wenn deren dominante Hand für zwei Wochen immobil ist? Diese Frage behandelt die neue Studie unter Leitung von Prof. Lutz Jäncke von der Unfallchirurgie des Universitätsspitals Zürich. Für die Studie wurden 10 Rechtshänder mit gebrochenem rechten Oberarm untersucht. Wegen des Gips oder einer Schlinge konnten die Versuchspersonen über einen Zeitraum von 14 Tagen ihre rechte Hand nicht oder nur wenig bewegen. Sie benutzten daher für alltägliche Handlungen wie Essen, Zähneputzen oder Schreiben ihre linke Hand.

 
Die Gehirne der Personen wurden zweimal durch eine Magnet-Resonanz-Tomografie aufgenommen: zuerst 48 Stunden nach der Verletzung, das zweite Mal 16 Tage nach der Ruhigstellung des Armes. Darauf basierend analysierten die Neuropsychologen die graue und weiße Hirnsubstanz der Versuchspersonen. Sie berechneten die Dicke der Hirnrinde sowie die Werte des corticospinalen Traktes und maßen die Feinmotorik der linken freibeweglichen Hand.
 

Umlagerung der Hirnsubstanz
 

„Die Ruhigstellung der rechten Hand verändert in Kürze die sensorischen und motorischen Hirnareale“, so der Studienautor Nicki Langer. Die graue und weiße Hirnsubstanz der Motorareale in der linken Hirnhälfte, die die ruhiggelegte rechte Hand kontrollieren, nimmt ab. Hingegen wächst die Hirnsubstanz der rechten motorischen Areale, die die untergeordnete linke Hand kontrollieren. „Interessant ist, dass sich während der 16 Tage dauernden Ruhigstellung die Feinmotorik der linken Hand deutlich verbessert hat“, ergänzt der Neuropsychologe Lutz Jäncke.
 
Die motorische Leistungsverbesserung korreliert mit den anatomischen Veränderungen: Je besser die feinmotorischen Fähigkeiten der linken Hand, desto mehr Hirnsubstanz im rechten motorischen Areal. Und: Je besser die Feinmotorik der linken Hand, desto weniger Hirnsubstanz im linken motorischen Areal.
 

Therapeutischer Nutzen
 

Die Studienresultate sind für die Therapie von Schlaganfällen interessant. So wird beispielsweise bei einem Therapieansatz der unbeschädigte Arm ruhiggestellt, um den betroffenen Arm zu stärken und das entsprechende Hirnareal für neue Fähigkeiten zu stimulieren. „Unsere Studie zeigt, dass diese Art der Therapie sowohl positive als auch negative Effekte hat“, sagt Langer. 2Zudem stützt unsere Studie die Richtlinien der Traumachirurgie, die vorschreiben, dass ein verletzter Arm oder ein verletztes Bein nur so kurz wie möglich und so lang als notwendig ruhiggestellt werden soll“, schließt Langer.
 

Quelle: Uni Zürich
 
 


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