Tipps für Patienten
Mehr Grippe in Europa
In vielen europäischen Ländern ist die Influenza auf dem Vormarsch. So wurde vom Influenzaüberwachungsnetzwerk der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC für die letzte Januarwoche in vier Ländern eine ausgedehnte Grippeaktivität gemeldet.
Insgesamt sei eine erhöhte räumliche Ausbreitung von Influenzaviren in 23 von 27 Ländern beobachtet worden, heißt es in dem wöchentlichen Influenzabericht. Die Schwelle zu einer Grippeepidemie wurde in Italien, Spanien, Bulgarien und Island signifikant überschritten. In Schweden und Rumänien liegt die Zahl der Grippefälle knapp über der Epidemieschwelle. 12 Länder berichteten über eine stärkere Zirkulation von Grippeviren im Vergleich zu Vorwoche.
Laut Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) ist in Deutschland die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen stabil geblieben. Im Zeitraum vom 23. bis 29. Januar wurden insgesamt 23 im Labor nachgewiesene Influenzafälle gemeldet. Zwar ist die Influenzaaktivität hierzulande bislang noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Die Situation in anderen europäischen Ländern und die Jahreszeit lassen jedoch eine Zunahme der Grippeerkrankungen in den nächsten Wochen erwarten.
Eine Impfung ist deshalb nach wie vor zu empfehlen.
Die Ständige Impfkommission, ein Expertengremium am Robert-Koch-Institut (RKI), empfiehlt jedes Jahr, wer sich gegen Grippe impfen lassen sollte:
- Menschen über 60 Jahre
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an chronischen Erkrankungen leiden: zum Beispiel an Asthma oder COPD, an chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz und Bluthochdruck, an chronischen Leber- und Nierenerkrankungen, an chronischen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantation oder bei einer HIV-Infektion
- Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten, zum Beispiel Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
- Menschen, die aufgrund ihrer Arbeit Gefahr laufen, sich selbst oder andere anzustecken, zum Beispiel Angestellte in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Alten- und Pflegeheimen, Mitarbeiter in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr
- Menschen, die direkt mit Geflügel, auch mit Wildvögeln, in Berührung kommen
- Ältere und chronische Kranke, sofern sie verreisen wollen
- Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
Quelle: ECDC, Ärztezeitung


