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Gen für Migräne gefunden

Ein internationales Forscherteam hat erstmals ein Risikogen für die gewöhnliche Migräne entdeckt. Von der Analyse, die auf der Untersuchung von 50.000 Probanden beruht, erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einsichten in die Auslöser von Migräneattacken und damit neue Behandlungsansätze. 

 

Das Team um Aarno Palotie vom britischen Wellcome Trust Sanger Institute stellt das Migräne-Gen im Fachblatt „Nature Genetics“ vor. Zuvor waren bereits Gene gefunden worden, die im Zusammenhang mit seltenen und extremen Migräneformen stehen. „Zum ersten Mal ist es uns gelungen, das Erbgut Tausender Menschen genauer in Augenschein zu nehmen und genetische Aufschlüsse zu finden, um die gewöhnliche Migräne zu verstehen“, sagte Palotie.

 

Die Wissenschaftler hoffen, damit neue Behandlungsansätze für Migräne zu finden. Die Krankheit betrifft in den Industrieländern etwa jede sechste Frau und jeden zwölften Mann. Damit gilt sie auch als kostenreichste Fehlfunktion des Hirns.

 

Datenstau auf der Hirnautobahn

 

Das Gen ist an der Regulierung des Botenstoffs Glutamat im Gehirn beteiligt. Glutamat ist auch als Geschmackverstärker in Lebensmitteln bekannt. Der Migräne-Kopfschmerz wird der Studie zufolge möglicherweise von einem Glutamat-Überschuss an den Synapsen ausgelöst, den Kreuzungen von Nervenbahnen – also von einer Art Datenstau auf der Hirnautobahn. Normalerweise kommandiere die entdeckte DNA-Variante ein spezielles Eiweiß als Staulöser zum Einsatzort ab, erläutern die Forscher. Bei Menschen mit Migräne werde dieser Befehl aber offensichtlich nicht ausgeführt.

 

Die Wissenschaftler wissen noch nicht, in welchen Fällen es zum Datenstau kommt. Da nun eine mögliche Ursache bekannt sei, müssten weitere Studien diese Krankheit und insbesondere den Regulierungsmechanismus genauer untersuchen, sagte Christian Kubisch von der Universität Ulm.

 

Quelle: dpa/Universität Ulm


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